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Buchtipp: Todesurteil: Thriller von Andreas Gruber

Dantes „Inferno“ auf dem Rücken eines sprachlosen elfjährigen Mädchens. Wo war es im letzten Jahr? Wer ist das Monster? Atemlose Tätersuche zwischen Wien und Wiesbaden.

Inhaltsangabe

Der österreichische Autor hat mit seinem Thriller „Todesfrist“ das Ermittlerpaar Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez vorgestellt. Nun geht es mit dem charismatischen Holländer, der als Fall-Analytiker eine enorm hohe Aufklärungsrate hat, und der schüchternen, aber taffen Münchnerin weiter. Nemez ist inzwischen in Wiesbaden bei einem Langzeitkurs, der von Sneijder geleitet wird. Die Kursteilnehmer sollen alte, nicht aufgelöste Fälle lösen, von denen man eigentlich annimmt, dass sie nichts miteinander zu tun haben. Parallel dazu ermittelt Staatsanwältin Melanie Dietz in Wien an einem grausigen Fall. Dort hatte ein älteres Ehepaar ein elfjähriges Mädchen gefunden, das splitternackt und verwirrt durch einen Wald läuft. Der Rücken des Mädchens ist voller unheimlicher Tätowierungen. Sie zeigen Symbole aus Dantes „Inferno“. Dietz kannte die Mutter des Mädchens, die inzwischen verstorben ist, und sie kann auch Dante verstehen. Aus dem Bild auf dem Rücken des Kindes schließt sie, dass es noch weitere Opfer geben muss. Bei einer großen Suchaktion findet man eine Kinderleiche. Die Wiener Staatsanwältin beginnt mit dem Holländer Maarten S. Sneijder und seiner Schülerin und Lieblings-Assistentin Sabine Nemez zusammenzuarbeiten. Nemez hat gleichzeitig mit privatem Kummer zu kämpfen. Ihre Jugendliebe Erik wurde bei einem BKA-Einsatz schwer verletzt. Nach einem Kopfschuss liegt er in einem künstlichen Koma. Nun beginnt sie auf eigene Faust auch hier zu ermitteln. Es gibt also eine Reihe von Tatorten und gleich mehrere Kriminalfälle, bei denen die Nachforschungen alle parallel verlaufen und bei denen es dann doch im Endeffekt um die Aufdeckung eines einzigen Serienkillers geht. Die Handlung spielt in Wien und in Wiesbaden, und der Leser springt zwischen diesen beiden Handlungsorten hin und her. Gleichzeitig gibt es fünf Zwischenstücke, die „Schlünde der Hölle“. Hier kommt jemand zu Wort, den der Leser anfangs nicht einordnen kann.

Spannendes Buch voller Cliffhanger

Ein bisschen konzentrieren müssen Sie sich als Leser schon, wenn Sie „Todesurteil“ in der Hand haben. Es gibt sechs verschiedene Kriminalfälle, zwei Handlungsorte, drei Haupt-Protagonisten und dann noch eine unheimliche Stimme aus dem Hintergrund. Dass man trotzdem den Faden nicht verliert, ist dem ausgesprochen klugen und lesenswerten Schreibstil von Autor Andreas Gruber zu verdanken. Wo andere Autoren aufgeben würden, macht er etwas Besonderes daraus. Aus den vielen einzelnen Szenen werden spannende Cliffhanger. Man muss einfach weiterlesen, weil man wissen will, wie es weitergeht. Das Buch ist für einen Thriller recht dick – es hat 570 Seiten – aber die Spannung hält sich durch alle Seiten. Es gibt keine ermüdenden Längen oder Passagen, die man am liebsten überlesen möchte. Obwohl es das zweite Buch einer Reihe ist, kann man es durchaus als Einsteigerbuch lesen. Die Hauptcharaktere werden so gut geschildert, dass der Leser nicht das Gefühl hat, irgendwelche Informationen verpasst zu haben. Der Fall-Analytiker Maarten S. Sneijder ist schon wie im ersten Buch dieser Serie ein Genie, und er nimmt weiterhin Drogen, um so gut wie möglich zu sein. Die Münchner Ermittlerin Sabine ist wie eh und je eine coole Frau, die aber aufgrund des Mordanschlags an ihrer Jugendliebe doch etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Die Wiener Staatsanwältin kommt in diesem Buch neu hinzu. Sie verleiht der Story Charme und Witz, denn sie ist zwar Staatsanwältin, hält sich aber nicht unbedingt an alle Regeln. Andreas Gruber hat ein wirklich überzeugendes Ermittler-Duo geschaffen, und das Auftauchen der Wienerin macht das Team noch besser. Vielleicht wird man von ihr ja auch im dritten Buch wieder etwas hören? Das Buch enthält allerdings auch einige minutiös geschilderte Grausamkeiten und erinnert dann streckenweise an die Thriller der 80er und 90er Jahre.

Fazit:

„Todesurteil“ ist ein spannendes Buch voller Überraschungen, und wenn Sie gerne Thriller lesen, sollten Sie sich dieses neue Buch von Andreas Gruber wirklich zu Herzen nehmen. Es ist kein Buch, das man zwischen Tür und Angel liest, dazu ist die Handlung zu kompliziert. Es ist aber ein Buch für konzentriertes Lesen für Tage, an denen man viel Zeit hat. Es ist also eine typische Urlaubs- oder Wochenend-Lektüre. Der Thriller ist gelungen, und auch wenn es viele verschiedene Handlungen und Szenen gibt, löst sich am Ende alles äußerst zufriedenstellend auf.

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